| Ausstellung 08.2001 |
Ortung II | "we are stars now in the dope show" |
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| Video-& Klanginstallation |
Projektbeschreibung: |
"(...) Der überdimensionierte Tanz ist nicht mehr mimetisches Ereignis reflexiver Natur, nicht übermütiger Ausdruck physischer Freude, sondern melancholische Gebärde des verloren Ich, das zu futurischen Klängen das konzentrisch hoffnungslos in sich kreisende Drama dieses Verlustes ständig repetiert. (...)"
Prof. Carl-Michael Hofbauer
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Monitore 1+7: Eine Fußgängerzone, Samstagvormittag. Gefilmt ist entsprechend der Augenhöhe eines Vorschulkindes, so daß, durch den begrenzten Blickwinkel der Kamera-Optik, nur Füße und Einkaufstaschen von links nach rechts und in umgekehrtem Bewegungsfluß zu sehen sind. Die Taschen enthalten überwiegend Produkte der Konsumwelt. Die Hast der in Echtzeit gefilmten Bewegungen, die Uniformität der Kleidung, sowie ein im Gleichklang wirkender Rhythmus; symbolisieren, eine Gesellschaft auf dem Weg in die Auflösung der Selbstdifferenzierung.
Monitor 2+6: Milch fließt. Studiodreh mit vor einer Glasscheibe fließender Milch. Der Eindruck entsteht, daß die Milch unmittelbar hinter dem Bildschirm von oben nach unten fließt. Milch geben wir unseren Kindern. Im 21. Jahrhundert ist das seit Generationen mit der Muttermilch vererbte Urvertrauen in den sekundären Milchlieferanten, das Rind, beschädigt. Auch wenn letzte Zweifel nicht ganz ausgeräumt sind: Rinder, vielleicht auch andere Tiere, werden vom Menschen zu einem unwürdigen Leben in industrieller Landwirtschaft gezwungen. Die Not des leidenden Tieres trifft sich mit unserer Angst, hilflos einer undurchschaubaren Gefahr ausgeliefert zu sein.
Monitor 3+5: Studiodreh wie bei Milch, jedoch Honig ließt. "Das Land, in dem Milch und Honig fließt." Honig ist die symbolische Entsprechung zur Milch, ein Hinweis auf Paradiesvorstellungen, der jedoch in dieser Konstruktion nur in die materielle Welt verweist. Verstärkt wird dieser Bezug durch die starke Goldfarbigkeit des Honigs.
Monitor 4: [Standbild]: Höhlenmalerei in Lascaux, Dordogne, Frankreich, Älteres Magdalenien. In der jüngeren Altsteinzeit, während der letzten Vergletscherungen, traten auf Knochen und Platten die ersten Ritzzeichnungen, sowie Malerei auf Felswänden mit Darstellungen vorwiegend von Rindern, Bisons, Pferden und dem weiblichen Geschlechtsorgan auf. Wir wissen nicht sicher, ob diese ersten Zeichnungen magische, dokumentarische oder dekorative Zwecke erfüllten. Jedoch kann man hier den Ursprung der Malerei, resp. Kunst suchen. Die Abbildung dieser berühmten Zeichnung, digitalisiert und auf ein Medium des 21. Jahrhunderts projeziert, verweist auf Vergangenheit und Gegenwart und auf eine in Virtualität aufgelöste Kunst.
charlotte von elm©2001 |
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| Minima Moralia |
| 54° 10' 57" Nord |
| We are stars now |
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"(...)Bereits 1999, bei Ortung I war sie mit einer großen Plastik/Installation auf dem Königsplatz vertreten. (...) Ihre neue Installation "we are the stars now in the dope show" ist eine kluge und aufwendig ge- und erarbeitete Videoinstallation. Zahlreiche Monitore flimmern zu einem Thema, "dessen Geschichte von der alttestamentarischen Überlieferung bis in kluturkritische Debatten unserer Tage reicht" (Jens Fickh). Es geht um Materialismus als "ewiges Prinzip", wozu die alltäglichen Bilder unserer Waren-Welt gehören(...) Eine komplexe Klangcollage verarbeitet O_töne aus der Fußgängerzone mit Elementen aus Schönbergs Oper "Moses&Aron", Blur und Chemical Brothers sowie Marilyn Mansons "The dope show", die auch Titelgeber ist.(...)
schwabacher tagblatt | 4.08.2001
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regie | author: charlotte von elm
produktion | date of production: mai - juli 2001
date and place of the premiere: 4.08.2001 | schwabach, lichtspielhaus
drehbuch, konzept | script, conception:
charlotte von elm
camera: christian zapp, charlotte von elm
visuell effects: anita cosic
sound-collage: charlotte von elm
tänzer | actor: robert wechsler, palindrome |
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